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Die Stadt Pisa wurde nach einer Legende von den mythischen trojanischen Flüchtlingen der gleichnamigen griechischen Stadt Pisa auf dem Peloponnes gegründet. Heute ist es Provinzhauptstadt mit ca. 85.000 Einwohnern und liegt am Arno ungefähr zehn Kilometer vom Thyrrenischen Meer entfernt. In seinem milden, temperierten Klima ist sowohl der Einfluss des Meeres spürbar, als auch der „Schutzwall“, den die gleichweit entfernten Monti Pisani von Nord-Osten her gewähren. In Pisa liegt unter anderem der wichtigste Flughafen der Toskana, der “Galileo Galilei”.
Piazza dei Miracoli ist mit Sicherheit der künstlerische und touristische Mittelpunkt Pisas. Sie zählt seit 1987 zum Weltkulturerbe der UNESCO und man kann dort einige Meisterwerke der europäischen Romanik bewundern, die Bauwerke, die das Zentrum des religiösen Lebens der Stadt bilden, eben „Wunder“ genannt wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit und Originalität: die Kathdrale, das Baptisterium, der Friedhof und der Schiefe Turm. Der Dom Santa Maria Assunta, die Kathedrale aus dem Mittelalter, ist das Herz des Komplexes auf der Piazza dei Miracoli. Sie ist fünfschiffig mit einem dreischiffigen Querhaus. Dieses Bauwerk, wie auch der Glockenturm, ist sichtlich in den Untergrund eingesunken, und einige Unebenheiten sind im Bau zu sehen, wie die unterschiedlichen Niveaus zwischen dem Buschero-Schiff und der Verlängerung durch Rainaldo (die Bögen in Richtung Westen und die Fassade). Das Johannes dem Täufer geweihte Baptisterium erhebt sich gegenüber der Westfassade des Doms. Das Gebäude wurde Mitte des 12. Jahrhunderts begonnen, sein Innenraum, der überraschend einfach und ohne Dekorationen auskommt, verfügt zudem über eine außergewöhnliche Akustik. Es handelt sich hierbei um das größte Baptisterium Italiens: sein Umfang misst 107,25 Meter. Der Schiefe Turm, der in Italien "Torre di Pisa", und in Pisa einfach "la Torre" (der Turm) genannt wird, ist der Glockenturm des Doms. Unter ihm hat der Boden nachgegeben, was zu seiner Neigung geführt hat. Dieser Glockenturm wurde ab Ende des 12. Jahrhunderts über zwei Jahrhunderte hinweg gebaut (in drei verschiedenen Arbeitsphasen). Er ist jedoch nicht der einzige schiefe Turm der Stadt: der berühmteste ist der eben erwähnte auf der Piazza dei Miracoli; der zweite ist der Glockenturm der Kirche San Nicola am anderen Ende der Via Santa Maria, in der Nähe des Lungarno; der dritte, auf halbem Weg des Viale delle Piagge (Straße die im Osten der Stadt am Arno entlangführt), ist der Glockenturm der Kirche San Michele degli Scalzi (in diesem Fall ist auch die Kirche geneigt). Der monumentale Friedhof liegt am Nordrand des Platzes. Im Grunde handelt es sich um einen von einer Mauer umgebenen Friedhof. Es wird gesagt, dass der Friedhof um eine Erdschicht angelegt wurde, die nach dem vierten Kreuzzug per Schiff aus dem Heiligen Land hertransportiert worden war. Seit 1945 und bis heute wird hier restauriert. Die Arbeiten stellten einige sehr wertvolle Synopien wieder her.
Beneidenswert ist die kulturelle und akademische Tradition Pisas, das eine der ältesten europäischen Universitäten für sich in Anspruch nehmen kann. Dazu gehört auch der älteste botanische Garten Europas. Jedoch kann die kulturelle Tradition Pisas als außerordentlich definiert werden, wenn man daran denkt, dass Galileo Galilei 1564 in dieser Stadt geboren wurde. Ebenfalls hier gründete Napoleone Bonaparte 1813 die Scuola Normale Superiore, einzig in Italien, die weiterhin in Pisa aktiv ist, und zwar zusammen mit der Scuola Superiore di Studi Universitari Sant’Anna, die internationales Prestige erlangt hat. Die Stadt war von jeher Aufenthaltsort von Gelehrten und Reisenden, wie Gedenkschriften und –tafeln dieser illustren Persönlichkeiten der Vergangenheit bezeugen, kann sich also auf eine Tradition in der Gastfreundschaft berufen.
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